Freitag, 19. Juli 2013

NEUERSCHEINUNGEN AUGUST 2013

NEU!
Anna und ich haben uns dazu entschieden, euch immer ab Mitte/Ende des Monats eine Auswahl an Neuerscheinungen des folgenden Monats auf diesem Weg zu kommen zu lassen!



1. Eve & Caleb 2 - In der gelobten Stadt:


Anna Carey
erscheint am 15. August
8,95€

2. Du wirst vergessen:


Suzanne Young
erscheint am 19. August
14,95€

3. Tote Augen:


Karin Slaughter
erscheint am 19. August
19,99€

4. Walking Disaster:


Jamie McGuire
erscheint am 13. August
9,99€

5. Im Café der möglichen Träume:


Paola Calvetti
erscheint am 19. August
8,99€

6. Wo die Liebe beginnt:


Emily Giffin
erscheint am 01. August
8,99€

7. Ich weiß was du bist:


Emma Chapman
erscheint am 01. August
8,99€

8. Rosenpsychosen:


Anna-Maria Prinz
erscheint am 01. August
8,95€

9. An und für dich:


Ella Griffin
erscheint am 01. August
16,99€

10. Auftauchen:


Jennifer Haigh
erscheint am 01. August
19,95€

Donnerstag, 18. Juli 2013

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter - Rezension

Inhalt (Klappentext):

"Krebsbücher sind doof", sagt Hazel zu Beginn der Geschichte. Doch genau das ist dieser Roman nicht. Vielmehr ist er eine intensive Reflexion über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, ein verführerrischer Liebesroman und eine zu Herzen gehende Komödie. Die 16-jährige spielt darin die Hauptrolle. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in der Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen. Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit - Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr größter Wunsch ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.


Cover:
Mir gefallen beide Cover gut, sie sind schlicht gehalten. Sie spiegeln für mich zwar nicht wirklich die Geschichte wieder, passend finde ich sie trotzdem.


Autor/in:
John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es gleich zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch seine Jugendromane Die erste Liebe - nach 19 vergeblichen Versuchen (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine, fanden ein großes Echo beim Publikum und in der Presse. Der Autor wird inzwischen mit Pgilip Roth und John Updike verglichen. Das Schicksal ist ein mieser Verräter war in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Green signierte 150000 vorbestellte Bücher. Seitdem steht der Titel auf der Bestsellerliste der New York Times. Über eine Million Fans folgen John Green regelmäßig über den Kurznachrichtendienst Twitter oder verfolgen seinen Videoblog. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.


Meine Meinung:
Auch wenn es schon etwas her ist, dass ich das Buch gelesen habe, sind die Gefühle und Gedanken, die das Buch in mir ausgelöst hat, immer noch da. Allerdings sind sie sehr schwer in Worte zu fassen, weswegen ich mich auch erst jetzt an die Rezension wage. Um meine Begeisterung nachvollziehen zu könne, muss man das Buch eigentlich selbst lesen.
Was im Klappentext versprochen wird, wird auch eingehalten: Das Buch ist kein 'normales' Krebsbuch, denn ich finde es sehr positiv. Natürlich wird die Krankheit sehr ernst genommen, aber das Buch ist nicht etwa von einer traurigen oder bedrückenden Atmosphäre gezeichnet, wie man es vielleicht vermutet hätte. Unumgänglich war es allerdings trotzdem, dass ich einige Tränen vergossen habe, aber man hatte selbst in diesen Momenten immer die guten Erlebnisse im Hinterkopf, die insgesamt die Oberhand hatten.
Die Figuren, die John Green geschaffen hat, sind wundervoll. Man schließt sie sofort ins Herz und möchte sie am Ende eigentlich gar nicht mehr gehen lassen. Obwohl sie unheilbar krank sind, haben sie ihren Mut nicht verloren und versuchen, mit sehr viel Humor, das Beste aus ihrer Situation zu machen, was ich sehr bewundernswert finde. Hazel hat eine sehr sarkastische Art, sodass sie mir sofort sympathisch war. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht erzählt und bringt einem sehr nahe, was sie über die Krankheit denkt. Ihre Denkweise, vorallem auf Leben und Tod bezogen, wirkt sehr reif und erwachsen für ihr Alter. Sie versucht ein möglichst normales Leben zu führen, doch in Momenten der Schwäche hält sie sich für eine tickende Zeitbombe und hat Angst, alle zu verletzen, die ihr am Herzen liegen.
Mir gefällt auch die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus sehr gut, da die beiden ,meiner Meinung nach, gut zusammen passen und sich ihre Beziehung langsam, still und heimlich entwickelt.
Auch wenn ich mir von Beginn an bewusst darüber war, dass es in dem Buch auch um das Sterben geht, gab es eine für mich sehr überraschende Wendung, die mich wirklich mitgenommen hat.

John Green erzählt mit Das Schicksal ist ein mieser Verräter eine wunderbar tiefgründige, aber auch emotionale Geschichte, die zwar ein trauriges Thema behandelt, diese Traurigkeit als Gefühl beim Lesen aber nicht zulässt, da die Charaktere versuchen, so weit es möglich ist ein normales Leben zu führen.
Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen: 10/10 Punkten!

Was mir noch besonders gefallen hat: John Green hat das Buch Esther Earl gewidmet. Esther hatte Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge - wie Hazel. Inspiriert von Esther, deren Name "Stern" bedeutet, haben die Earls zu Erinnerung eine gemeinnützige Organisation gegründet.


Das Schicksal ist ein mieser Verräter
John Green
284 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-24009-4
Kaufen? 
16,90€

Montag, 15. Juli 2013

Wassermelone: Marian Keyes - Rezension

Inhalt (Klappentext):

So hat sich Claire Walsh das Kinderkriegen nicht vorgestellt: Sie sieht aus wie eine Wassermelone in Stiefeln, ihre Tochter hat noch keinen Namen, und ihr Mann hat sie verlassen. Verzweifelt flüchtet sie zurück ins elterliche Heim und durchleidet dort ihre Trennung mit einer Intensität, die ihre Umwelt in den Wahnsinn treibt. Doch als Ehemann James plätzlich wieder vor der Tür steht, erwartet ihn eine Überraschung.


                                 deutsche Version:                                   Originalband:
                      

"Erfrischend, überraschend und nie um einen Witz verlegen: Marian Keyes kennt die Frauen."


Cover:

Ich finde beide Cover sehr passend und schön. Auf beiden sind Wassermelonen zu erkennen, die den Titel wiederspiegeln und auch perfekt zur Geschichte passen!

Autor/Autorin:

Marian Keyes, 1963 in Dublin (Irand) geboren, war das älteste von fünf Kinder und wuchs bis 1986 in ihrem Geburtsort auf und studierte dort Jura. Dann siedelte sie nach London über und hielt sich anschließend mit Gelegenheitsjobs über Wasser. 1993 begann sie zu schreiben und schickte erste Geschichten an Verlage. Als ein Verlag daran Interesse zeigte, musste sie ihn tatsächlich schreiben - ihren ersten Roman Wassermelone. Dieser wurde ebenso wie alle folgenden Romane von Marian Keyes ein internationaler Bestseller.
Marian Keyes lebt heute mit ihrem Ehemann in Dún Laoghaire, Dublin.

Meine Meinung:

Wassermelone ist kein Buch, was auf meiner Wunschliste stand und auch von Marian Keyes habe ich noch keinen Roman gelesen, was mich im Nachhinein wirklich ein bisschen ärgert! 
Ich war im Urlaub und hatte zu Hause noch mehrere Bücher, die auf mich warteten, die darauf warteten endlich gelesen zu werden, somit war Keyes Debütroman eher ein spontaner Kauf, der sich wirklich gelohnt hat. Er hat mir viele unterhaltsame Stunden in meinem Urlaub beschehrt. 
Der Roman, der aus Claires Sicht geschrieben wurde, ist in 39 Kapitel eingeteilt und diese bauen aufeinander auf. Die Dicke des Buches hat mich im ersten Moment etwas abgeschreckt, denn mit knapp 500 Seiten ist dieser Roman nicht gerade der Dünnste. Trotzdem war jede einzelne Seite witzig und die Handlung wirklich überraschend.
Claire hat es wirklich nicht leicht: Ihr Mann James verlässt sie kurz nach der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes und in all ihrer Trauer fährt sie zurück in ihr Elternhaus nach Dublin, zu den berüchtigten Walshs. Diese Familie beherbergt Claires Eltern und ihre vier Schwestern, die wirklich äußerst verschieden sind und dadurch jeder Charakter interessant wirkt. (Auf diesem Interesse und der Einzigartigkeit der Schwestern baut Marian Keyes ihre folgenden Romane auf, z.B. Rachel im Wunderland, Auszeit für Engel, Erdbeermond und jetzt neu erschienen im Heyne Verlag Glücksfall.) Die Dialoge sind lustig aufgebaut und versprühen, vor allem bei Claires Schwester Helen, eine Ehrlichkeit und Lebendigkeit, die das Buch aufwerten. Insgesamt ist der Schreibstil sehr angenehm und gut zu verstehen. Allerdings gibt es einige Wiederholungen, die an der einen oder anderen Stelle etwas störend sind, jedoch nicht sehr massiv, sodass man noch über sie hinwegsehen kann. Die einzelnen Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und wirken real, sodass eine vollständige Identifizierung mit ihnen möglich ist. Am besten hat mir Adam, Claires "neue Bekanntschaft", gefallen. Er wurde als äußerst attraktiv und gleichzeitig so liebenswürdig dargestellt, dass ich ihn sofort ins Herz geschlossen habe. (Okay ich bin ehrlich, er wurde von Claire als sehr gutaussehend bezeichnet, vielleicht hat das ebenfalls dazu beigetragen.) James, Claires Mann, hingegen hat mir weniger gefallen und ich muss sagen, dass er mir von Anfang an nicht sympathisch war. Er reagierte kalt auf Claires Trauer und auch die Art wieder er sich von ihr trennte, war nicht gerade die eines Gentlemans, falls das überhaupt möglich ist. 
Im Großen und Ganzen hat mir Marian Keyes Debütroman Wassermelone gefallen, denn sie beschreibt ausführlich die einzelnen Phasen, die Claire nach der Trennung von James durchläuft und wie sie immer besser in ihre neue Rolle als Mutter hinein wächst. 
Der Roman hat Charme, ist witzig und überaus realistisch.
Wer als Leser besonderen Wert auf Unterhaltung und tolle Charaktere legt, der sollte sich diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen!
Deshalb bekommt Wassermelone von mir 8/10 Punkten!

Wassermelone
Marian Keyes
515 Seiten
Heyne 
ISBN: 978- 3-453-41049-7

Samstag, 6. Juli 2013

Schwerelos: Ildikó von Kürthy - Rezension

Inhalt (Klappentext):

Geschafft! Jetzt muss ich nur noch "Ja" sagen. Happy End, endlich.
Gäbe es da nicht...
meine beste Freundin. Die betrügt ihren Mann aus Überzeugung.
meine Cousine. Die übergibt sich während einer Beerdigung, ist schwanger, weiß aber nicht genau, von wem.
meinen Schulfreund. Der will unbedingt Vater werden, ist schwul, hat sich aber trotzdem schon mal beim Geburtsvorbereitungskurs angemeldet.
meine geliebte, tote Tante. Die ist nicht totzukriegen, liebt das Leben in Wolkenkratzern und schreibt einen beunruhigenden Brief aus dem Jenseits.
Und ich frage mich plötzlich, ob "Ja" die richtige Antwort ist.

                                                            Originalband:
                                            

"Eine herrlich komische Geschichte. Fazit: eine charmante, kluge Unterhaltung!"

Cover:

Das Cover ist äußerst passend, denn die Farben gefallen mir und dieser Schuh kommt in der Geschichte vor und hat für die Protagonistin Rosemarie eine große Bedeutung. 

Autor/Autorin:

Ildikó von Kürthy, 1968 in Aachen geboren, ist freie Journalistin. Ihre Bestseller wurden mehr als fünf Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihr Roman Mondscheintarif wurde fürs Kino verfilmt.
Zurzeit lebt sie zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Hamburg.

Meine Meinung:

Dieser Roman ist wirklich zum Totlachen. Er ist in mehrere Kapitel eingeteilt, die jedoch nicht nummeriert sind, sondern nach einem Zitat aus den folgenden Seiten benannt sind.
Ildikó von Kürthy versteht es witzige und ironische Dialoge zu schreiben und trifft damit den Nerv von über Hunderttausenden Frauen!
Ich denke dieser Roman ist nicht ganz etwas für meine Altersklasse, denn es geht im Großen und Ganzen darum, die Pro- und Contraargumente des Älterwerdens abzuwägen. Rosemarie Goldhausen, auch nur Marie oder Goldi genannt, erkennt mehr und mehr, dass sie mit ihren 37 Jahren zu wenig im Leben erlebt hat. Sie ist unzufrieden mit ihrer Ehe, ihrem Aussehen, ihrem Job. Dann folgt ein Schicksalsschlag auf den nächsten, ihre geliebte Tante stirbt, sie trifft ihren schwulen Schulfreund wieder und muss ihre Cousine vom Friedhof tragen, da sich diese dort übergeben hat. Plötzlich wird ihr klar, dass sie auf den Rat ihrer Tante, die ebenfalls Rosemarie hieß, mal besser gehört hätte: Tue endlich mal etwas Unvernünftiges! Auch ihre beste Freundin Regina findet, dass Marie mal den Reiz des Fremdgehens für sich entdecken sollte und ihr alter Freund Erdal rät ihr nach 8 Jahren Beziehung mit ihrem Freund Frank doch noch nicht zu heiraten. Dazu kommt auch noch Stress im Büro und ein durchgeknallter und verschwundener Buchautor, dessen Lektorin sie ist und wegen seines Fehlens gekündigt wird. Nach und nach findet sich Marie allerdings mit ihrem neuen Leben, ihrem Single-Leben ab und erkennt auch gute Seiten des Älterwerdens. 
Dieser Roman hat Charme und ist so umgangssprachlich geschrieben, das ich finde, dass alles darin real und vor allem ehrlich wirkt. Vielen Frauen Ende 30 geht es sicherlich ähnlich und wenn diese Frauen Kürthys Roman Schwerelos lesen würden, würden ihnen sicher einige Gedanken oder Wutausbrüche bekannt vorkommen. Trotzdem hatte ich kein ungutes Gefühl beim Lesen des Buches, weil ich nicht ganz in die Altersstufe passe. Ganz im Gegenteil: Ich muss sagen, das gesamte Buch ist überaus komisch und ich habe jede einzelne Seite wie im Flug gelesen! Hier mein absoluter Lieblingssatz, der mich viele Lacher gekostet hat (und mal ganz ehrlich: er stimmt!):

"Heutzutage kommst du dir ja schon spießig vor, wenn du weißt, von wem du schwanger bist."
- Seite 111

Deshalb 8/10 Punkten!

Schwerelos
Ildikó von Kürthy
251 Seiten
rororo
8,99€
ISBN: 978-3-499-24774-3

Mittwoch, 3. Juli 2013

Die Mechanik des Herzens. Mathias Malzieu - Rezension

Inhalt (Klappentext):

Jack ist ein besonderer Junge. Seit seiner Geburt hat er ein mechanisches Herz in Form einer Kuckucksuhr, die jeden Tag neu aufgezogen werden muss. Nur eines muss er dabei bedenken: Er darf sich niemals verlieben, denn das würde sein zartes Uhrwerk nicht aushalten. Als Jack eines Tages die bezaubernde Tänzerin Miss Acacia kennenlernt, spielt sein Herz sofort verrückt. Doch er lässt sich nicht entmutigen und kämpft um seine Liebe.


Erstens: Rühr deine Zeiger nicht an!
Zweitens: Zügle deinen Zorn!
Drittens: Verschenke niemals dein Herz - an niemanden!
Denn sonst wird der Sekundenzeiger deiner Uhr sich dir durch die 
Haut bohren,deine Knochen werden bersten, und die Mechanik deines Herzens wird für immer stillstehen.


                               deutsche Version:                                  Originalband:
                    

"Ein bezauberndes Liebesmärchen für Erwachsene."

Cover:

Beide Cover sind sich sehr ähnlich und ich finde beide passend. Dadurch, dass das Originalcover schwarz-weiß gehalten ist und nur die Kuckucksuhr in Jacks Brustkorb farbig gestaltet wurde, finde ich dieses doch noch etwas besser.

Autor/Autorin:

Mathias Malzieu, 1974 in Montepellier (Frankreich) geboren, ist Frontmann der französischen Band "Dionysos" und wurde von Iggy Pop als "Francois Truffant mit einer Rock'n'Roll-Band" bezeichnet. Sein Roman Die Mechanik des Herzens wurde in Frankreich zum absoluten Überraschungsbestseller und Kultbuch.

Meine Meinung:

Ich muss leider sagen, dass mir dieses Buch nicht so gut gefallen hat. Es ist in 14 Kapitel und einen Epilog eingeteilt und ist allein aus der Sicht von Jack geschrieben.
Schon als mir dieser Roman zugeschickt wurde und ich das Cover sah, dass wirklich etwas kindlich und wie aus einem Comic aussieht, wurde ich stutzig. Warum sollte genau dieses Buch ein Buch für Erwachsene sein? 
Trotzdem ist die Idee, die Handlung ziemlich originell und mal etwas ganz Neues. Es als "Märchen" zu bezeichnen finde ich äußerst passend, denn realitätsnah ist es nun wirklich nicht. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jack und Miss Acacia ist ziemlich einfach und naiv aufgebaut, sodass es eigentlich jeder verstehen kann. Viele Gedankengänge und Szenen sind ebenfalls einfach dargestellt und auch die Charaktere sind nicht zu ausführlich illustriert. Allerdings, und das muss ich leider sagen, fand ich die Handlung etwas langweilig und eintönig. Es gab einigen Stellen, die wirklich amüsant waren, vor allem Jack the Ripper mit in die Geschichte einfließen zu lassen, war überaus positiv. Dennoch kam mir alles etwas zu unrealistisch vor, zu einfältig. Jack möchte unbedingt bedingungslos lieben, wird aber von seinem hölzernen und tickenden Herzen davon abgehalten. Er versucht alles, um Miss Acacia zu erobern, was jetzt vielleicht zeitaufwendig klingen mag, es aber überhaupt nicht gewesen ist. Von einer auf die andere Minute haben beide einen Flirt angefangen und obwohl beide Protagonisten erst an die 13-15 Jahre alt sind, sprechen beide eine "älter-wirkende" Sprache. Es hat für mich einfach alles nicht zusammengepasst. 
Dazu muss ich allerdings auch noch anmerken, dass das Buch von außen kindlicher aussieht, als es innen ist. Der Schreibstil und einige Szenen sind außergewöhnlich und lustig. Dadurch, dass Mathias Malzieu sehr metaphorisch schreibt, wird das Buch aufgewertet und gewinnt an Pluspunkten. Hier zwei Szenen, die mir gefallen haben:

"Mein Uhrwerk mag zwar fragil sein, aber die kleine Sängerin hat sich häuslich darin eingerichtet. Sie hat in allen Ecken ihre tonnenschweren Koffer abgestellt, und doch fühle ich mich seit unserer Begegnung so leicht wie nie zuvor."
- Seite 37 (Kapitel 3)

"Unsere Liebe verwandelt uns in wandelnde Streichhölzer. Wir brauchen keine Worte, wir reiben uns einfach aneinander und entflammen lichterloh. Unsere Küsse sind ein Inferno, mein Körper ist ein 1,66 Meter großes Erdbeben. Mein Herz reißt sich los und entflieht seinem Gefängnis. Es pulsiert durch die Adern und schießt in den Kopf, wird zum Gehirn. Es ist überall, in jedem Muskel, es erfüllt mich bis in die Fingerspitzen! Hellstes Sonnenlicht. Eine rosa Krankheit mit roten Flecken."
- Seite 108 (Kapitel 8)

Insgesamt konnte mich Die Mechanik des Herzens leider nicht überzeugen. Auch wenn dieser Roman in Frankreich ein Kultbuch und sprachlich auf hohem Niveau geschrieben ist, hat es mir nicht sehr gefallen!
Deshalb nur 4/10 möglichen Punkten!


Trotzdem vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Die Mechanik des Herzens
Mathias Malzieu
188 Seiten
carl's books
ISBN: 978-3-570-58508-5
12,99€

Sonntag, 30. Juni 2013

Eine wie Alaska: John Green - Rezension

Inhalt (Klappentext):

Miles ist 16: Viel ist nicht los bei ihm. Keine Mädchen, keine Kumpels, keine nennenswerten Hochs und Tiefs. Ein stinknormales Leben. Doch dann begegnet er Alaska - und verliebt sich auf den ersten Blick. Alaska ist ein Rätsel, eine Göttin, ein Wunder. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Wie kann er einem solchen Wesen begegnen, ohne sich heillos zu verlieren? 
Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt John Green die Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt.


                                                                deutsche Version:
                                                 

                                                                 Originalband:
                                     


"Man verliebt sich auf Anhieb in diese Geschichte - hochphilosophisch, knisternd, romantisch, unglaublich witzig und so tieftraurig. Ein Traum!"

Cover:

Ich finde, dass Cover des Originals wesentlich besser, denn Gänseblümchen spielen in der Handlung eine große Rolle und passen deshalb gut auf das Cover. Das deutsche Cover hingegen, ist mir zu schlicht und hat mir zu wenig mi der Geschichte zutun. Man kann darauf einen Körper eines Mädchens erkennen, daraus lässt sich schließen, dass dieses Mädchen Alaska sein soll, trotzdem ist das Cover eher unscheinbar und ich persönlich würde es nicht sofort in die Hand nehmen, mir würde es nicht ins Auge fallen.

Autor/Autorin:

John Green, 1977 in Indianapolis (USA) geboren, ist ein amerikanischer Schriftsteller und Videoblogger. Für seinen Erstling Eine wie Alaska erhielt er großes Lob und gewann den "Printz Award" für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Jugendliteratur. 
Zurzeit lebt er mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.

Meine Meinung:

Das war bis jetzt das erste Buch, was ich von John Green gelesen habe und ich kann jetzt schon sagen, dass er ein wundervoller Schriftsteller sein muss! Dieser Roman hat mich zu mehr als 100% dazu animiert, weitere seiner Bücher zu lesen!
Eine wie Alaska ist aus Miles' Sicht geschrieben und in keine richtigen Kapitel eingeteilt. Es beginnt mit dem ersten Teil von zweien, der sich "Vorher" nennt, und fängt mit dem Abschnitt "Einhundertsechsunddreißig Tage vorher" an. Das Buch endet mit dem Abschnitt "Einhundertsechsunddreißig Tage danach" und umfasst somit knapp ein ganzes Jahr aus Miles' Leben. 
Dieser Roman ist kein normaler Jugendroman. Er enthält eine Tiefgründigkeit, bei der man den Atem anhalten könnte. Es geht darum, wie Miles Alaska kennenlernt, lieben lernt. Sie wirkt auf ihn, wie ein Wesen aus einer anderen Welt, so zauberhaft und unnahbar, vor allem aber mysteriös. Denn niemand, nicht einmal Chip oder Takumi, Alaskas beste Freunde in Culver Creek, die sich später auch mit Miles anfreuden, wissen, wie es wirklich in Alaska aussieht oder wer sie ist. Sie hat oft das letzte Wort und diese Wörter wirken auf uns Leser so eindrucksvoll und bedeutungsschwer, dass man sich fast von dieser Schwere erdrücken lässt. Nach und nach wird dem Leser immer etwas mehr von Alaska offenbart, doch auch das Ende des Roman gibt uns keinen vollen Aufschluss darüber, wer Alaska Young war. Es bleiben offene Fragen, Fragen die nie beantwortet werden, über die man aber noch Tage nach Abschluss des Buches nachdenken muss. Drei besonders auffallende und für mich beeindruckende Szenen möchte ich gerne zitieren:

"Immer wenn es mal lustig war, schien im nächsten Moment eine Traurigkeit aufzukommen, denn immer dann fühlte es sich so an wie früher, als sie bei uns war, und wir mussten aufs Neue feststellen, wie absolut und vollkommen fort sie war."
- Seite 253 ("Fünfundvierzig Tage danach")

"Eines Tages wird sich niemand daran erinnern, dass es sie gab, schreib ich in meinem Block, und dann: oder dass es mich gab. Denn auch Erinnerungen waren vergänglich. Und dann bist du ganz allein, nicht einmal der Geist ist noch bei dir, nur noch dessen Schatten. Am Anfang hatte sie mich verfolgt, hatte meine Träume heimgesucht, doch schon jetzt, nur ein paar Wochen später, entglitt sie mir, verging in meiner Erinnerung und in der Erinnerung der anderen, starb noch einmal."
- Seite 262 ("Einundfünfzig Tage danach")

"Ich würde sie nie gut genug kennen, um zu wissen, was sie in den letzten Minuten dachte, würde nie wissen, ob sie uns mit Absicht verlassen hatte. Doch diese Unwissenheit hielt mich nicht davon ab, sie zu lieben. Und ich würde Alaska Young für immer lieben, meine räudige Nachbarin, mit meinem ganzen räudigen Herzen."
- Seite 292 ("Einhundertsechsunddreißig Tage danach")

Am besten hat mir allerdings John Greens Schreibstil gefallen. Er schreibt mit einer Leichtigkeit und Lebendigkeit, die einen erschaudern lassen. Sein Witz und seine Ironie sind mit das, was die Geschichte bzw. das gesamte Buch zu einem außergewöhnlichen Werk machen. Auch seine eigene Begeisterung für "letzte Worte von Sterbenden" mit in die Handlung einfließen zu lassen, wirkt sich positiv auf das Verständnis und das Gefühl beim Lesen aus. Mit so etwas habe ich mich noch nie befasst, und John Green hat es geschafft, dieses vielleicht langweilig klingende Hobby, einzigartig und interessant wirken zu lassen!
Ein wirklich gelungenes Buch, das bewegt, deshalb 10/10 Punkten!

Eine wie Alaska
John Green
295 Seiten
dtv
ISBN: 978-3-423-62403-9
8,95€
Kaufen?

Dienstag, 25. Juni 2013

Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris - Rezension

Inhalt (Klappentext):
"Kolibris sind die Juwelen der Nebelberge", sagte er mit einer leisen Zärtlichkeit in der Stimme, als meinte er mich.
Ein Jahr Kolumbien. Noch ahnt Jasmin nicht, was sie erwartet. Dass sie tiefe Verzweiflung kennenlernt. Sie sich von der Magie des Landes verzaubern lässt. Gewalt begegnet, den Duft der Freiheit schmeckt, an die Grenzen des Möglichen gerät. Vor allem aber trifft Jasmin Damián. Damián, den gutaussehenden Indio, der ein dunkles Geheimnis hütet. Tief im kolumbianischen Urwald und den nebelverhangenen Bergen der Anden findet Jasmin Antworten. Und ist doch längst rettungslos in ihrer Liebe zu Damián verfangen.



Cover:
Das Cover an sich finde ich eigentlich ganz gut und es passt auch super zum Titel und zum Inhalt des Buches, aber so richtig schön und überzeugend war es für mich nicht.



Autor/Autorin:
Christine Lehmann, 1958 in Genf geboren, wollte bereits mit 14 Jahren Schriftstellerin werden. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin arbeitet als Nachrichtenredakteurin beim SWR. Darüber hinaus schreibt sie Krimis und Liebesromane, Essays, Kurzgeschichten für Anthologien und Kriminalhörspiele fürs Radio. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in Stuttgart. "Der Ruf des Kolibris" ist ihr erster Jugendroman.



Meine Meinung:
Das Buch ist kein schlechtes Buch, aber irgendwie konnte es mich auch nicht richtig begeistern. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass ich mich, obwohl die Gefühle und Gedanken von Jasmin sehr eindringlich und ausführlich beschrieben wurden, nicht in sie hineinversetzen konnte. Jasmin und Damián waren mir zwar beide sympatisch, aber ich fühlte mich eher, als wäre ich nicht richtig im Geschehen. Dass das Setting nach Kolumbien, in die Hauptstadt Bogotá, gelegt wurde, hat mir ziemlich gut gefallen. Christine Lehmann hat die Plätze und Menschen sehr ausführlich und gut geschildert, was einem das Land etwas näher gebracht hat. Wirkliche Spannung hatte das Buch für mich dagegen nicht wirklich, und viele Ereignisse (zum Beispiel auch das Ende - sehr schade!) ließen sich schon früh erahnen.
Alles in allem ist es ja nicht schlecht, wie gesagt, aber für die Kritikpunkte die ich hatte, ist es dann doch einfach zu lang.
"Der Ruf des Kolibris" bekommt von mir 7/10 Punkten.


Der Ruf des Kolibris

Christine Lehmann
541 Seiten
Thienemann
ISBN: 978-3-5222-0023-3
Kaufen?
19,90€