Sonntag, 21. Juli 2013

Berlie Doherty: Dear Nobody - Rezension

Inhalt (Klappentext):
Dear Nobody, eine Tages hoffe ich dich kennenzulernen.
Helen und Chris sind frisch verliebt. Sie stehen kurz vor dem Schulabschluss und haben ambitionierte Zukunftspläne. Da entdeckt Helen, dass sie schwanger ist. Beide versuchen diese Tatsache zunächst zu verdrängen. Sie fühlen sich dem nicht gewachsen - und von ihren Familien alleingelassen. Trotzdem steht Helens Entschluss bald fest: Sie will das Baby bekommen. Aber sie braucht auch Zeit, um zu verstehen, was das für sie und Chris bedeutet...


Cover:
Mir gefällt das Originalcover deutlich besser als das Deutsche Cover. Es passt aber dennoch besser zur Geschichte.


Autor/in:
Berlie Doherty war zunächst als Lehrerin für den Schulfunk und in der Erwachsenenbildung tätig und widmete sich erst später ganz dem Schreiben. Neben ihren Romanen für Kinder und Jugendliche schreibt sie auch für Erwachsene. Viele Bühnenstücke sowie Arbeiten für Rundfunk und Fernsehen runden ihre schriftstellerischen Tätigkeiten ab. Berlie Dohertys Werke wurden mit zahlreichen Preisen bedacht. Für Dear Nobody erhielt sie 1991 die Carnegie Medal, eine der wichtigsten britischen Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur.


Meine Meinung:
An und für sich hat mir Dear Nobody recht gut gefallen.Das Buch besteht aus einem Prolog und aus neun Kapiteln, die den Namen des jeweiligen Monats tragen (Januar bis November). Die Kapitel sind aus der Sicht von Chris erzählt und werden immer wieder von Briefen von Helen durchbrochen, in denen sie an das ungeborene Kind schreibt. Irgendwie konnte ich die ganze Zeit über weder mit Helen noch mit Chris so richtig warm werden. Die beiden Figuren haben mir einfach nicht richtig gefallen. Ein weiterer Punkt, der mich stört ist der Schreibstil von Berlie Doherty, der mich nun überhaupt nicht überzeugen konnte, da die Sätze alle relativ kurz gehalten wurden. 
Die Idee für Dear Nobody ist gut, die Umsetzung dagegen weniger: 5/10 Punkten.

Dear Nobody
Berlie Doherty
255 Seiten (Taschenbuch)
dtv pocket
ISBN: 978-3-423-78274-6
Kaufen? 
8,95€

Freitag, 19. Juli 2013

Paolo Bacigalupi: Versunkene Städte - Rezension

Inhalt (Klappentext):
Die Kriegswaisen Mahlia und Mouse leben in den Versunken Städten, einem Gebiet, das früher als Washington D.C. bekannt war - bevor Klimakatastrophen, Rohstoffmangel und Bürgerkriege Amerika ins Chaos gestürzt haben. In den Versunkenen Städten gilt das Gesetz des Stärkeren - und das sind meist die bis an die Zähne bewaffneten Soldaten. Als Mahlia und Mouse von einem Ort hören, an dem Frieden herrschen soll, machen sie sich auf die Suche danach. Doch im undurchdringlichen Dschungel, der die Versunkenen Städte umgibt, lauern noch viel größere Gefahren als die Willkür der Soldaten, und der Weg in die Freiheit wird für Mahlia und Mouse zum größten Abenteuer ihres Lebens...


Cover:
Die  beiden Cover sind sich wieder sehr ähnlich und passen zur Geschichte. Gut!


Autor/in:
Paolo Bacigalupi ist bereits als Kurzgeschichtenautor in Erscheinung getreten bevor er mit Biokrieg seinen ersten Roman veröffentlichte, der vom Time Magazine promt in die Top Ten der besten Romane des Jahres aufgenommen wurde. Auch für seine Kurzgeschichten erhielt Paolo Bacigalupi schon mehrere Auszeichnungen. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in West Colorado.


Meine Meinung:
Versunkene Städte ist der zweite Teil einer Serie, in der es um diejenigen geht, die am meisten unter dem Amerika der Zukunft leiden. Teil 1 behandelt den jungen Nailer, der im inneren der an der Küste gestrandeten Tanker nach wertvollen Materialien sucht, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im zweiten Teil geht es um andere Personen - einzig und allein der Halbmensch Tool kam bereits in Schiffsdiebe vor - allerdings schließt die Geschichte um Mahlia und Mouse zeitlich an das Geschehen des ersten Buches an. Daher spielt sich alles wieder in einer sehr glaubwürdigen Welt ab, die Bacigalupi erneut eindringlich zu beschreiben weiß. Hier merkt man ebenfalls wieder, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, da die Sprach nicht allzu schwer und die Figuren weder simpel noch wirklich vielschichtig sind. 
Leider konnte ich mich dieses mal nicht so gut in die Figuren hineinversetzen und man hat auch die Welt der Reichen, so wie ich es mir eigentlich erhofft hatte, nicht kennengelernt. Über Tools Vergangeheit hat man dagegen schon mehr erfahren. Daher bin ich gespannt auf den nächsten Teil.

Um das Geschehen in Versunkene Städte zu verstehen, muss man den ersten Teil eigentlich nicht gelesen haben, ich empfehle es aber trotzdem.


Versunkene Städte bekommt von mir 6/10 Punkten.


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Versunkene Städte
Paolo Bacigalupi
476 Seiten (Taschenbuch)
Heyne
ISBN: 978-3-453-53446-9
Kaufen? 
8,99€

NEUERSCHEINUNGEN AUGUST 2013

NEU!
Anna und ich haben uns dazu entschieden, euch immer ab Mitte/Ende des Monats eine Auswahl an Neuerscheinungen des folgenden Monats auf diesem Weg zu kommen zu lassen!



1. Eve & Caleb 2 - In der gelobten Stadt:


Anna Carey
erscheint am 15. August
8,95€

2. Du wirst vergessen:


Suzanne Young
erscheint am 19. August
14,95€

3. Tote Augen:


Karin Slaughter
erscheint am 19. August
19,99€

4. Walking Disaster:


Jamie McGuire
erscheint am 13. August
9,99€

5. Im Café der möglichen Träume:


Paola Calvetti
erscheint am 19. August
8,99€

6. Wo die Liebe beginnt:


Emily Giffin
erscheint am 01. August
8,99€

7. Ich weiß was du bist:


Emma Chapman
erscheint am 01. August
8,99€

8. Rosenpsychosen:


Anna-Maria Prinz
erscheint am 01. August
8,95€

9. An und für dich:


Ella Griffin
erscheint am 01. August
16,99€

10. Auftauchen:


Jennifer Haigh
erscheint am 01. August
19,95€

Donnerstag, 18. Juli 2013

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter - Rezension

Inhalt (Klappentext):

"Krebsbücher sind doof", sagt Hazel zu Beginn der Geschichte. Doch genau das ist dieser Roman nicht. Vielmehr ist er eine intensive Reflexion über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, ein verführerrischer Liebesroman und eine zu Herzen gehende Komödie. Die 16-jährige spielt darin die Hauptrolle. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in der Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen. Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit - Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr größter Wunsch ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.


Cover:
Mir gefallen beide Cover gut, sie sind schlicht gehalten. Sie spiegeln für mich zwar nicht wirklich die Geschichte wieder, passend finde ich sie trotzdem.


Autor/in:
John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es gleich zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch seine Jugendromane Die erste Liebe - nach 19 vergeblichen Versuchen (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine, fanden ein großes Echo beim Publikum und in der Presse. Der Autor wird inzwischen mit Pgilip Roth und John Updike verglichen. Das Schicksal ist ein mieser Verräter war in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Green signierte 150000 vorbestellte Bücher. Seitdem steht der Titel auf der Bestsellerliste der New York Times. Über eine Million Fans folgen John Green regelmäßig über den Kurznachrichtendienst Twitter oder verfolgen seinen Videoblog. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.


Meine Meinung:
Auch wenn es schon etwas her ist, dass ich das Buch gelesen habe, sind die Gefühle und Gedanken, die das Buch in mir ausgelöst hat, immer noch da. Allerdings sind sie sehr schwer in Worte zu fassen, weswegen ich mich auch erst jetzt an die Rezension wage. Um meine Begeisterung nachvollziehen zu könne, muss man das Buch eigentlich selbst lesen.
Was im Klappentext versprochen wird, wird auch eingehalten: Das Buch ist kein 'normales' Krebsbuch, denn ich finde es sehr positiv. Natürlich wird die Krankheit sehr ernst genommen, aber das Buch ist nicht etwa von einer traurigen oder bedrückenden Atmosphäre gezeichnet, wie man es vielleicht vermutet hätte. Unumgänglich war es allerdings trotzdem, dass ich einige Tränen vergossen habe, aber man hatte selbst in diesen Momenten immer die guten Erlebnisse im Hinterkopf, die insgesamt die Oberhand hatten.
Die Figuren, die John Green geschaffen hat, sind wundervoll. Man schließt sie sofort ins Herz und möchte sie am Ende eigentlich gar nicht mehr gehen lassen. Obwohl sie unheilbar krank sind, haben sie ihren Mut nicht verloren und versuchen, mit sehr viel Humor, das Beste aus ihrer Situation zu machen, was ich sehr bewundernswert finde. Hazel hat eine sehr sarkastische Art, sodass sie mir sofort sympathisch war. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht erzählt und bringt einem sehr nahe, was sie über die Krankheit denkt. Ihre Denkweise, vorallem auf Leben und Tod bezogen, wirkt sehr reif und erwachsen für ihr Alter. Sie versucht ein möglichst normales Leben zu führen, doch in Momenten der Schwäche hält sie sich für eine tickende Zeitbombe und hat Angst, alle zu verletzen, die ihr am Herzen liegen.
Mir gefällt auch die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus sehr gut, da die beiden ,meiner Meinung nach, gut zusammen passen und sich ihre Beziehung langsam, still und heimlich entwickelt.
Auch wenn ich mir von Beginn an bewusst darüber war, dass es in dem Buch auch um das Sterben geht, gab es eine für mich sehr überraschende Wendung, die mich wirklich mitgenommen hat.

John Green erzählt mit Das Schicksal ist ein mieser Verräter eine wunderbar tiefgründige, aber auch emotionale Geschichte, die zwar ein trauriges Thema behandelt, diese Traurigkeit als Gefühl beim Lesen aber nicht zulässt, da die Charaktere versuchen, so weit es möglich ist ein normales Leben zu führen.
Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen: 10/10 Punkten!

Was mir noch besonders gefallen hat: John Green hat das Buch Esther Earl gewidmet. Esther hatte Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge - wie Hazel. Inspiriert von Esther, deren Name "Stern" bedeutet, haben die Earls zu Erinnerung eine gemeinnützige Organisation gegründet.


Das Schicksal ist ein mieser Verräter
John Green
284 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-24009-4
Kaufen? 
16,90€

Montag, 15. Juli 2013

Wassermelone: Marian Keyes - Rezension

Inhalt (Klappentext):

So hat sich Claire Walsh das Kinderkriegen nicht vorgestellt: Sie sieht aus wie eine Wassermelone in Stiefeln, ihre Tochter hat noch keinen Namen, und ihr Mann hat sie verlassen. Verzweifelt flüchtet sie zurück ins elterliche Heim und durchleidet dort ihre Trennung mit einer Intensität, die ihre Umwelt in den Wahnsinn treibt. Doch als Ehemann James plätzlich wieder vor der Tür steht, erwartet ihn eine Überraschung.


                                 deutsche Version:                                   Originalband:
                      

"Erfrischend, überraschend und nie um einen Witz verlegen: Marian Keyes kennt die Frauen."


Cover:

Ich finde beide Cover sehr passend und schön. Auf beiden sind Wassermelonen zu erkennen, die den Titel wiederspiegeln und auch perfekt zur Geschichte passen!

Autor/Autorin:

Marian Keyes, 1963 in Dublin (Irand) geboren, war das älteste von fünf Kinder und wuchs bis 1986 in ihrem Geburtsort auf und studierte dort Jura. Dann siedelte sie nach London über und hielt sich anschließend mit Gelegenheitsjobs über Wasser. 1993 begann sie zu schreiben und schickte erste Geschichten an Verlage. Als ein Verlag daran Interesse zeigte, musste sie ihn tatsächlich schreiben - ihren ersten Roman Wassermelone. Dieser wurde ebenso wie alle folgenden Romane von Marian Keyes ein internationaler Bestseller.
Marian Keyes lebt heute mit ihrem Ehemann in Dún Laoghaire, Dublin.

Meine Meinung:

Wassermelone ist kein Buch, was auf meiner Wunschliste stand und auch von Marian Keyes habe ich noch keinen Roman gelesen, was mich im Nachhinein wirklich ein bisschen ärgert! 
Ich war im Urlaub und hatte zu Hause noch mehrere Bücher, die auf mich warteten, die darauf warteten endlich gelesen zu werden, somit war Keyes Debütroman eher ein spontaner Kauf, der sich wirklich gelohnt hat. Er hat mir viele unterhaltsame Stunden in meinem Urlaub beschehrt. 
Der Roman, der aus Claires Sicht geschrieben wurde, ist in 39 Kapitel eingeteilt und diese bauen aufeinander auf. Die Dicke des Buches hat mich im ersten Moment etwas abgeschreckt, denn mit knapp 500 Seiten ist dieser Roman nicht gerade der Dünnste. Trotzdem war jede einzelne Seite witzig und die Handlung wirklich überraschend.
Claire hat es wirklich nicht leicht: Ihr Mann James verlässt sie kurz nach der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes und in all ihrer Trauer fährt sie zurück in ihr Elternhaus nach Dublin, zu den berüchtigten Walshs. Diese Familie beherbergt Claires Eltern und ihre vier Schwestern, die wirklich äußerst verschieden sind und dadurch jeder Charakter interessant wirkt. (Auf diesem Interesse und der Einzigartigkeit der Schwestern baut Marian Keyes ihre folgenden Romane auf, z.B. Rachel im Wunderland, Auszeit für Engel, Erdbeermond und jetzt neu erschienen im Heyne Verlag Glücksfall.) Die Dialoge sind lustig aufgebaut und versprühen, vor allem bei Claires Schwester Helen, eine Ehrlichkeit und Lebendigkeit, die das Buch aufwerten. Insgesamt ist der Schreibstil sehr angenehm und gut zu verstehen. Allerdings gibt es einige Wiederholungen, die an der einen oder anderen Stelle etwas störend sind, jedoch nicht sehr massiv, sodass man noch über sie hinwegsehen kann. Die einzelnen Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und wirken real, sodass eine vollständige Identifizierung mit ihnen möglich ist. Am besten hat mir Adam, Claires "neue Bekanntschaft", gefallen. Er wurde als äußerst attraktiv und gleichzeitig so liebenswürdig dargestellt, dass ich ihn sofort ins Herz geschlossen habe. (Okay ich bin ehrlich, er wurde von Claire als sehr gutaussehend bezeichnet, vielleicht hat das ebenfalls dazu beigetragen.) James, Claires Mann, hingegen hat mir weniger gefallen und ich muss sagen, dass er mir von Anfang an nicht sympathisch war. Er reagierte kalt auf Claires Trauer und auch die Art wieder er sich von ihr trennte, war nicht gerade die eines Gentlemans, falls das überhaupt möglich ist. 
Im Großen und Ganzen hat mir Marian Keyes Debütroman Wassermelone gefallen, denn sie beschreibt ausführlich die einzelnen Phasen, die Claire nach der Trennung von James durchläuft und wie sie immer besser in ihre neue Rolle als Mutter hinein wächst. 
Der Roman hat Charme, ist witzig und überaus realistisch.
Wer als Leser besonderen Wert auf Unterhaltung und tolle Charaktere legt, der sollte sich diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen!
Deshalb bekommt Wassermelone von mir 8/10 Punkten!

Wassermelone
Marian Keyes
515 Seiten
Heyne 
ISBN: 978- 3-453-41049-7

Samstag, 6. Juli 2013

Schwerelos: Ildikó von Kürthy - Rezension

Inhalt (Klappentext):

Geschafft! Jetzt muss ich nur noch "Ja" sagen. Happy End, endlich.
Gäbe es da nicht...
meine beste Freundin. Die betrügt ihren Mann aus Überzeugung.
meine Cousine. Die übergibt sich während einer Beerdigung, ist schwanger, weiß aber nicht genau, von wem.
meinen Schulfreund. Der will unbedingt Vater werden, ist schwul, hat sich aber trotzdem schon mal beim Geburtsvorbereitungskurs angemeldet.
meine geliebte, tote Tante. Die ist nicht totzukriegen, liebt das Leben in Wolkenkratzern und schreibt einen beunruhigenden Brief aus dem Jenseits.
Und ich frage mich plötzlich, ob "Ja" die richtige Antwort ist.

                                                            Originalband:
                                            

"Eine herrlich komische Geschichte. Fazit: eine charmante, kluge Unterhaltung!"

Cover:

Das Cover ist äußerst passend, denn die Farben gefallen mir und dieser Schuh kommt in der Geschichte vor und hat für die Protagonistin Rosemarie eine große Bedeutung. 

Autor/Autorin:

Ildikó von Kürthy, 1968 in Aachen geboren, ist freie Journalistin. Ihre Bestseller wurden mehr als fünf Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihr Roman Mondscheintarif wurde fürs Kino verfilmt.
Zurzeit lebt sie zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Hamburg.

Meine Meinung:

Dieser Roman ist wirklich zum Totlachen. Er ist in mehrere Kapitel eingeteilt, die jedoch nicht nummeriert sind, sondern nach einem Zitat aus den folgenden Seiten benannt sind.
Ildikó von Kürthy versteht es witzige und ironische Dialoge zu schreiben und trifft damit den Nerv von über Hunderttausenden Frauen!
Ich denke dieser Roman ist nicht ganz etwas für meine Altersklasse, denn es geht im Großen und Ganzen darum, die Pro- und Contraargumente des Älterwerdens abzuwägen. Rosemarie Goldhausen, auch nur Marie oder Goldi genannt, erkennt mehr und mehr, dass sie mit ihren 37 Jahren zu wenig im Leben erlebt hat. Sie ist unzufrieden mit ihrer Ehe, ihrem Aussehen, ihrem Job. Dann folgt ein Schicksalsschlag auf den nächsten, ihre geliebte Tante stirbt, sie trifft ihren schwulen Schulfreund wieder und muss ihre Cousine vom Friedhof tragen, da sich diese dort übergeben hat. Plötzlich wird ihr klar, dass sie auf den Rat ihrer Tante, die ebenfalls Rosemarie hieß, mal besser gehört hätte: Tue endlich mal etwas Unvernünftiges! Auch ihre beste Freundin Regina findet, dass Marie mal den Reiz des Fremdgehens für sich entdecken sollte und ihr alter Freund Erdal rät ihr nach 8 Jahren Beziehung mit ihrem Freund Frank doch noch nicht zu heiraten. Dazu kommt auch noch Stress im Büro und ein durchgeknallter und verschwundener Buchautor, dessen Lektorin sie ist und wegen seines Fehlens gekündigt wird. Nach und nach findet sich Marie allerdings mit ihrem neuen Leben, ihrem Single-Leben ab und erkennt auch gute Seiten des Älterwerdens. 
Dieser Roman hat Charme und ist so umgangssprachlich geschrieben, das ich finde, dass alles darin real und vor allem ehrlich wirkt. Vielen Frauen Ende 30 geht es sicherlich ähnlich und wenn diese Frauen Kürthys Roman Schwerelos lesen würden, würden ihnen sicher einige Gedanken oder Wutausbrüche bekannt vorkommen. Trotzdem hatte ich kein ungutes Gefühl beim Lesen des Buches, weil ich nicht ganz in die Altersstufe passe. Ganz im Gegenteil: Ich muss sagen, das gesamte Buch ist überaus komisch und ich habe jede einzelne Seite wie im Flug gelesen! Hier mein absoluter Lieblingssatz, der mich viele Lacher gekostet hat (und mal ganz ehrlich: er stimmt!):

"Heutzutage kommst du dir ja schon spießig vor, wenn du weißt, von wem du schwanger bist."
- Seite 111

Deshalb 8/10 Punkten!

Schwerelos
Ildikó von Kürthy
251 Seiten
rororo
8,99€
ISBN: 978-3-499-24774-3

Mittwoch, 3. Juli 2013

Die Mechanik des Herzens. Mathias Malzieu - Rezension

Inhalt (Klappentext):

Jack ist ein besonderer Junge. Seit seiner Geburt hat er ein mechanisches Herz in Form einer Kuckucksuhr, die jeden Tag neu aufgezogen werden muss. Nur eines muss er dabei bedenken: Er darf sich niemals verlieben, denn das würde sein zartes Uhrwerk nicht aushalten. Als Jack eines Tages die bezaubernde Tänzerin Miss Acacia kennenlernt, spielt sein Herz sofort verrückt. Doch er lässt sich nicht entmutigen und kämpft um seine Liebe.


Erstens: Rühr deine Zeiger nicht an!
Zweitens: Zügle deinen Zorn!
Drittens: Verschenke niemals dein Herz - an niemanden!
Denn sonst wird der Sekundenzeiger deiner Uhr sich dir durch die 
Haut bohren,deine Knochen werden bersten, und die Mechanik deines Herzens wird für immer stillstehen.


                               deutsche Version:                                  Originalband:
                    

"Ein bezauberndes Liebesmärchen für Erwachsene."

Cover:

Beide Cover sind sich sehr ähnlich und ich finde beide passend. Dadurch, dass das Originalcover schwarz-weiß gehalten ist und nur die Kuckucksuhr in Jacks Brustkorb farbig gestaltet wurde, finde ich dieses doch noch etwas besser.

Autor/Autorin:

Mathias Malzieu, 1974 in Montepellier (Frankreich) geboren, ist Frontmann der französischen Band "Dionysos" und wurde von Iggy Pop als "Francois Truffant mit einer Rock'n'Roll-Band" bezeichnet. Sein Roman Die Mechanik des Herzens wurde in Frankreich zum absoluten Überraschungsbestseller und Kultbuch.

Meine Meinung:

Ich muss leider sagen, dass mir dieses Buch nicht so gut gefallen hat. Es ist in 14 Kapitel und einen Epilog eingeteilt und ist allein aus der Sicht von Jack geschrieben.
Schon als mir dieser Roman zugeschickt wurde und ich das Cover sah, dass wirklich etwas kindlich und wie aus einem Comic aussieht, wurde ich stutzig. Warum sollte genau dieses Buch ein Buch für Erwachsene sein? 
Trotzdem ist die Idee, die Handlung ziemlich originell und mal etwas ganz Neues. Es als "Märchen" zu bezeichnen finde ich äußerst passend, denn realitätsnah ist es nun wirklich nicht. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jack und Miss Acacia ist ziemlich einfach und naiv aufgebaut, sodass es eigentlich jeder verstehen kann. Viele Gedankengänge und Szenen sind ebenfalls einfach dargestellt und auch die Charaktere sind nicht zu ausführlich illustriert. Allerdings, und das muss ich leider sagen, fand ich die Handlung etwas langweilig und eintönig. Es gab einigen Stellen, die wirklich amüsant waren, vor allem Jack the Ripper mit in die Geschichte einfließen zu lassen, war überaus positiv. Dennoch kam mir alles etwas zu unrealistisch vor, zu einfältig. Jack möchte unbedingt bedingungslos lieben, wird aber von seinem hölzernen und tickenden Herzen davon abgehalten. Er versucht alles, um Miss Acacia zu erobern, was jetzt vielleicht zeitaufwendig klingen mag, es aber überhaupt nicht gewesen ist. Von einer auf die andere Minute haben beide einen Flirt angefangen und obwohl beide Protagonisten erst an die 13-15 Jahre alt sind, sprechen beide eine "älter-wirkende" Sprache. Es hat für mich einfach alles nicht zusammengepasst. 
Dazu muss ich allerdings auch noch anmerken, dass das Buch von außen kindlicher aussieht, als es innen ist. Der Schreibstil und einige Szenen sind außergewöhnlich und lustig. Dadurch, dass Mathias Malzieu sehr metaphorisch schreibt, wird das Buch aufgewertet und gewinnt an Pluspunkten. Hier zwei Szenen, die mir gefallen haben:

"Mein Uhrwerk mag zwar fragil sein, aber die kleine Sängerin hat sich häuslich darin eingerichtet. Sie hat in allen Ecken ihre tonnenschweren Koffer abgestellt, und doch fühle ich mich seit unserer Begegnung so leicht wie nie zuvor."
- Seite 37 (Kapitel 3)

"Unsere Liebe verwandelt uns in wandelnde Streichhölzer. Wir brauchen keine Worte, wir reiben uns einfach aneinander und entflammen lichterloh. Unsere Küsse sind ein Inferno, mein Körper ist ein 1,66 Meter großes Erdbeben. Mein Herz reißt sich los und entflieht seinem Gefängnis. Es pulsiert durch die Adern und schießt in den Kopf, wird zum Gehirn. Es ist überall, in jedem Muskel, es erfüllt mich bis in die Fingerspitzen! Hellstes Sonnenlicht. Eine rosa Krankheit mit roten Flecken."
- Seite 108 (Kapitel 8)

Insgesamt konnte mich Die Mechanik des Herzens leider nicht überzeugen. Auch wenn dieser Roman in Frankreich ein Kultbuch und sprachlich auf hohem Niveau geschrieben ist, hat es mir nicht sehr gefallen!
Deshalb nur 4/10 möglichen Punkten!


Trotzdem vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Die Mechanik des Herzens
Mathias Malzieu
188 Seiten
carl's books
ISBN: 978-3-570-58508-5
12,99€